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Dominikuskapelle
Mitten im Alltag zur Ruhe kommen – Gott begegnen – auf Jesus Christus schauen – das Wort Gottes lesen – eine Heilige Messe Mitfeiern – in Stille an der eucharistischen Anbetung teilnehmen – miteinander in kultureller Vielfalt Gott loben – Weltkirche im Kleinen erleben – den Geist Gottes für Graz erbitten – den christlichen Glauben neu entdecken – Kraft tanken für die persönlichen Aufgaben – Christsein als Berufung wahrnehmen – Gott lieben lernen
Der Ambo
Im liturgischen Lesepult hat Michael Kienzer sechs Worte verborgen: Gott – Wort – Fleisch – Zeit – Raum – Erinnerung. Andeutungsweise lässt sich das erste Wort lesen, die übrigen verschwinden in der Tiefe des Glasobjektes. Der Ambo ist damit nicht nur eine notwendige Buchunterlage, sondern selbst schon ein “Wortspeicher”, ein geheimnisvoller Urgrund, aus dem heraus das Wort, das immer neu zus sagen ist, entlassen wird. Die gewählte Wortfolge ist außerdem eine knappe Zusammenfassung vom Prolog des Johannesevangeliums: “Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt” in den Bedingungen von Raum und Zeit. Auf dem Glasambo liegt immer offen die heilige Schrift. Lesen Sie bitte – das Wort des Lebens!
Der Altar
Der Altar von Michael Kienzer gle
icht einem großen gefalteten Tuch. Man denkt an die zusammengelegten Tücher im leeren Grab nach der Auferstehung des Herrn. Schön gefaltet und an einer besonderen Stelle deponiert, sind sie der Hinweis, dass etwas Neues begonnen hat. Der Tod ist abgelegt, die Liebe hat gesiegt, Jesus lebt! Die gefaltete Aluminiumplatte ist gebundene Energie. Die formale Eleganz der Biegungen und horizontalen Lagen täuscht nicht darüber hinweg, dass eine unglaubliche Kraft in diesem Altarprojekt gespeichert ist. In der Feier der Eucharistie wird diese Kraft in geistlicher Weise freigelegt, gewandelt und kommuniziert. Sie sind eingeladen, auch an Wochentagen, das “Mahl des Herrn” mitzufeiern!
Der Tabernakel
Wie ein gotisches Sakramentshäuschen ist der Tabernakel in die Wand integriert. Er besteht aus einer rohen Höhle in der Ziegelwand, die mit einer kostbaren Tür abgeschlossen ist. Zwischen zwei Glasplatten sieht man zusammengefaltet ein altes Messkleid. Jesus, der wahre Priester, hat sein Leben gegeben und ist gegenwärtig im eucharistischen Brot. Der allmächtige Gott lässt sich in der Einfachheit und erschreckenden Begrenztheit unseres alltäglichen Lebens finden. Die Mauerhöhle lässt darüber hinaus noch an die Seitenwunde Jesu denken. Gott hat ein offenes Herz für alle Menschen. Seine Liebe kennt keine Grenzen. Kommt lasset und anbeten!
Das Kreuzbild
Ausgangspunkt für die Fotoarbeit von Hermann Glettler war ein gefundenes, durch Hitzeeinwirkung scheinbar zerstörtes Plastikkreuz. Der bewusste Blick auf dieses verdrehte Kreuz und auf den extrem gewundenen Jesus-Corpus führt jedoch ins Zentrum der christlichen Botschaft: Jesus hat am Kreuz den Tod und die Sünde ins Gegenteil verdreht. Er hat Leben und Versöhnung ermöglicht. Jesus hat den Tanz des neuen Lebens begonnen. Er ist am Kreuz zum Vortänzer für das Fest des ewigen Lebens geworden.

